+++ Die deutschsprachige Zeitung in Georgien +++


 

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Liebe Leserinnen
und liebe Leser der
Kaukasischen Post,

der Jahreswechsel ist wie immer ein Anlass, einen Moment innezuhalten und nachzudenken, über das was war und das was kommt. Viele von Ihnen verbinden mit dem jetzt zu Ende gehenden Jahr gute Erinnerungen: eine Geburt, eine Hochzeit, Erfolg im Beruf, eine gelungene Versöhnung. Für andere gab es auch schwere und traurige Ereignisse. Wichtig ist, daß wir mit Zuversicht dem neuen Jahr entgegengehen. Dies ist heute mein Wunsch an Sie alle und für uns alle.

In den deutsch-georgischen Beziehungen stehen wir vor einem neuen Jahr, das sowohl ruhige Weiterentwicklung als auch manche neue Akzente erwarten läßt. Dabei wird es um die Frage gehen, bei welchen Aufgaben und in welchen Größenordnungen wir Georgien weiter bei seinem wirtschaftlichen und sozialen Aufbau unterstützen werden. Die von Deutschland an Georgien seit seiner Unabhängigkeit geleistete finanzielle und technische Hilfe hat bereits den Betrag von einer Viertelmilliarde Euro deutlich überschritten. Darauf können wir aufbauen. Auch im politischen Bereich kommen auf uns zusätzliche neue Aufgaben zu. Die deutsche Botschaft wird 2006 für Österreich im ersten Halbjahr und sodann für Finnland im zweiten Halbjahr den Vorsitz unter den Vertretungen der Mitgliedsländer der Europäischen Union ausüben. Sie wird damit in besonderem Maß dafür verantwortlich sein, daß sich die Beziehungen zwischen Georgien und Europa gut und problemlos entwickeln. Und nicht zuletzt bleibt es bei unserer Aufgabe als deutsche Botschaft, bei den Bemühungen um eine Friedenslösung im Abchasienkonflikt die Rolle des Koordinators in der Gruppe der Freunde des Generalsekretärs der Vereinten Nationen auszuüben, in der wir mit den USA, Rußland, Frankreich und Großbritannien zusammenarbeiten. Angesichts einer aktiver gewordenen georgischen Politik, die Prioritäten bei der Lösung der beiden Regionalkonflikte in Abchasien und Südossetien setzt, wird uns unsere Rolle bei der friedlichen Streitbeilegung noch mehr in Anspruch nehmen als zuvor.

Aber es gibt ja nicht nur Probleme und Konflikte. Es gibt auch ein festes Fundament erfolgreicher Zusammenarbeit. Die deutsch-georgischen Beziehungen zeichnen sich ja gerade dadurch aus, daß sie neben den guten staatlichen Beziehungen eine breite und solide Grundlage im humanitären, im kulturellen und wissenschaftlichen und ganz allgemein im zwischenmenschlichen Bereich haben. Es gibt Dutzende von privaten Initiativen, von Freundschaftsgesellschaften, von Begegnungen auf kommunaler, kirchlicher und zivilgesellschaftlicher Ebene. Oftmals sind langjährige Freundschaften entstanden. Viel Hilfe wird im Stillen geleistet. Wechselseitige Besuche bringen neue Anregungen. Diese Kontakte und Beziehungen sind eigentlich der besondere Reichtum im Verhältnis unseres Landes zu Georgien. So ist der Jahreswechsel ein guter Anlaß, den vielen Beteiligten auf beiden Seiten dafür zu danken, was sie an guten und wichtigen Beiträgen für die freundschaftlichen Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern geleistet haben und sie zu ermutigen, mit dieser wichtigen Arbeit fortzufahren.

Was unsere eigenes Land betrifft, so hat erstmals eine Frau das politisch wichtigste Amt an der Spitze der Bundesregierung übernommen. Das ist ein bedeutender und erfreulicher Schritt. Wir wünschen der neuen Bundeskanzlerin Angela Merkel Erfolg bei der Erfüllung ihrer Aufgabe, darunter die Bewahrung und Weiterentwicklung unserer guten Beziehungen zu allen unseren Nachbarn in Europa und der Welt. Georgien ist ein Teil dieser Welt, unterwegs auf dem Weg nach Europa und in die westliche Werte- und Staatengemeinschaft. Wir wollen unser Gastland auf diesem Weg gerne unterstützen.

Ihnen allen wünsche ich ein friedliches Weihnachtsfest und ein gesundes
und erfolgreiches Neues Jahr 2006.

Uwe Schramm

Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Georgien

 


 

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